Wissenswertes
Auf dieser Seite, lieber Leser, stellen wir Artikel und Texte vor, die wir gelesen und für außerordentlich interessant und lesenswert gehalten haben.
Inhaltsverzeichnis
Seite 1: Sam Wallace und der Rhodesian Ridgeback G. Bacchini-Carr
Mensch und Tier Leonardo Da Vinci

Seite 2: Über die Größe des Rhodesian Ridgebacks
Am 11. April 2007 verstarb Sam Wallace. Er war der bekannte internationale Richter für Rhodesian Ridgeback aus Simbabwe. Margaret und Sam Wallace besaßen den bekannten Kennel "Mushana". Auch wir verdanken ihnen sehr viel, so erhielten wir unsere geliebte Hündin Swala, in der auch das Blut der Mushana-Linie fließt, durch Vermittlung von Margaret Wallace von Mr. and Mrs. P. Lindsay-White.
In der Juli/August-Ausgabe von "I Nostri Cani" des ENCI hat Frau Giovanna Bacchini-Carr, die Präsidentin des RRCI (Rhodesian Ridgeback Club Italia), einen Artikel verfasst, den wir aus dem Italienischen übersetzt haben und hier vorstellen möchten.
Sam Wallace Sam Wallace,
rechts neben ihm : Giovanna Bacchini-Carr
Sam Wallace und der Rhodesian Ridgeback

von Giovanna Bacchini-Carr


Seit einigen Jahren lebte Sam Wallace wegen der verheerenden Auswirkungen einer unheibaren Krankheit, die ihn getroffen hatte, isoliert von seinen Freunden und seinen Hunden. Nun ist die Mauer eingestürzt und hat einen Meister mitgerissen, der für mich auch ein großer Freund war. Ich erinnere mich an seine Ehrenhaftigkeit, Aufrichtigkeit und sein Empfinden für Humor.
Als ich in Sambia lebte, fuhren wir nach Simbabwe um einzukaufen, nicht Kaviar und Champagner, sondern Öl (natülich aus Samen), Zucker, Salz und Mehl, heutzutage nirgends in diesem Land zu finden. Die Wallace gewärten uns Gastfreundschaft, begleiteten uns und brachten uns dazu, möglichst viele Hunde und Züchter kennenzulernen, in der Absicht, die wahren Geheimnisse zu enthüllen, durch Überliefern wahrer Erfahrungen und wahrer Eindrücke und ihnen das Überleben sicherzustellen.
Sam (auf dem Foto), immer an der Seite seiner Frau Margaret, stellt eine Legende in der Welt des Rhodesian Ridgeback dar: Er war ein Züchter von großartigem Ruf (man kann kaum einen Stammbaum ohne "Mushana" finden), ein internationaler Richter von ernsthafter Bedeutung und von Unparteilichkeit und jahrelang Präsident des Rhodesian Ridgeback Klubs von Simbabwe, dem Parent Club. Gebürtiger Schotte, Wahlrhodesier und danach Wahlsimbabwer, vermochte er, nach den tosendenden 60-er Jahren, auch in den Kriegsjahren, die jenes blühende Land schließlich in die Knie gezwungen haben, die Züchter und den Club aktiv zu halten. In jener Zeit verließ der größte Teil der Züchter, und nicht allein die Züchter von Rhodesian Ridgebacks, das Land, und der Parent Club versuchte,das mit Priorität hergestellte Erbgut sicherzustellen und so viel wie möglich zu exportieren, selbst unter dem Risiko, verraten zu werden. Mit anderen Worten, wir haben das Glück, in Europa mit dem best verfügbaren Material anzufangen.
Der Rhodesian ist ein vielseitiger Hund: Ursprünglich dazu geboren, die Trecks zu begleiten und sie, seien es ihre Führer als auch das Vieh, gegen wilde Tiere zu schützen. Er muß vom Charakter her den Instinkt des Wächters aufweisen, von der Physis muss er die Fähigkeit zu einem guten Gangwerk und guter Ausdauer zeigen. Deshalb muss er kräftige und kompakte Füße und einen guten, starken Knochenbau haben, ohne dabei schwergewichtig zu sein. Später wurde er so zu einem Jäger auf afrikanisches Großwild auserwählt. Deshalb wurde er ursprünglich Löwenhund genannt, ein Name, der häufig dazu beigetragen hat, sein eigentliches Wesen misszuverstehen. Der Rhodesian musste nicht gegen Löwen kämpfen, er hätte sich in einem ungleichen Kampf befunden, aber er musste die Löwen aufspüren und sie bis zur Ankunft des Jägers hinhalten. Mut, Respekt vor dem Wild sind unerlässliche Grundbedingungen, während es aus physischer Sicht Kraft und Gewandheit sind.
Später wurde dem Instinkt zum Spürhund besondere Beachtung geschenkt: In der Tat ist der Rhodesian der einzige Spürhund auf dem afrikanischen Kontinent. Dennoch sagt man, dass dieser echte Spurensuchhund nicht an die klimatischen Verhältnisse angepasst sei, und in der Tat ist der Rhodesian nicht ein reiner Spürhund für die Fährte, in seiner Eigenschaft jagt er, wo die Bedingungen es erlauben, auch auf Sicht, wobei er sich in jeder Weise der Verschiedenheit der Umgebung im südlichen Afrika anpasst, wo es vom quasi tropischen Wald zur Savanne und zur Wüste übergeht.
Die Beute ist nicht notwendigerweise die großen afrikanischen Katzen, wohl aber Hyänen, Paviane und große und kleine Antilopen. Diese wirft der Rhodesian häufig in einer Art Tanz, in dem er seine ganze Agilität unter Beweis stellt, mit seiner Brust, die deshalb gut ausgeprägt sein muss, nieder.
In Europa und Australien wird er für die Jagd an der langen Leine eingesetzt, in Nord Amerika auch zur Jagd auf den Panther.
Der heutige Rhodesian ist immer ein guter Wächter und gleichzeitig ein großartiger Jäger. Mutig und eigensinnig besitzt er, sicherlich als Ergebnis der Selektion, eine Intelligenz, die es ihm erlaubt, alleine extreme Situationen auf dem Gebiet der Jagd zu lösen. Dieser unabhängige Geist ist gepaart mit der Treue zu einem einzigen Herrn. Sicher seiner selbst, seiner Geschwindigkeit, seiner Agilität und seiner Grenzen, ist er dazu bestimmt, wachsam und beschützend, unterwürfig aber unabhängig zu sein.
In Südafrika nutzt neuerdings eine Gruppe von begeisterten Jägern und Züchtern, die in einem Verein zusammengeschlossen sind, der sich die "Lion Dog Group" nennt, den Rhodesian in den großen Parks des Landes, vor allem dem Krüger Nationalpark, sie als Spurensuchhunde, als Wächter und Begleiter der Ranger, wie es seine ursprüngliche Aufgabe war. Ergeben in ein Training eisernen Gehorsams, der im Busch von essentieller Bedeutung ist, werden die Hunde mit verbalen Kommandos und auch mit Gesten über eine Distanz von 300 m geführt. Mal werden sie einzeln, mal als kleines Rudel von zweien oder dreien eingesetzt. Diese neuen Richtungen für ihre Arbeit werden von großer Bedeutung dafür sein, die Unversehrtheit der Instinkte der Rasse zu garantieren. Für Züchter müssten die Ausstellungen eine Verifizierung hinsichtlich des typischen Tätigkeitsbereiches darstellen, aber in unserem krankhaften Zeitalter des Protagonismus gibt es leider Ansichten, die den Blick auf solch bedeutende Werte verstellen.
Der Rhodesian ist ein Hund, der nicht ins Auge fallen muss oder besser gesagt, er muss durch harmonische Ausgeglichenheit seiner Gestalt und seines Charakters auf sich aufmerksam machen. Das Adjektiv "moderate" wird viele Male im Standard wiederholt. Eine übertrieben elegante Bewegung, ein sehr langer Hals, Chakteristika die in anderen Rassen sogar positiv beurteilt werden,führen hingegen dazu, das Gleichgewicht des Rhodesian zu stören und das Typische zu zerstören. Häufig werden so die "top winners" durch ihre Personalität oder durch irgendwelche übermäßige Charakteristika gekennzeichnet. Ich finde, dass in diesem Moment die Rasse einen wenig glücklichen Augenblick durchlebt.
Ich erinnere mich an eben jenes, das auf Ausstellungen in Südafrika und in Simbabwe ausschlaggebend war: Zu allererst sprang die Einheitlichkeit des Subjekts ins Auge. Heute sieht man in unseren und auch in den Ausstellungen quer durch ganz Europa Subjekte, die außer dem Ridge auf dem Rücken wenig gemeinsam haben.
Viele Charakteristika sind verschwunden: Das Fehlen einer gut ausgeprägten Brust zum Beispiel, wie sie der Standard verlangt. Mit ihr ist offensichtlich eine gute Winkelung der Schulter verbunden und auch das halte ich für sehr schwerwiegend.
Einige Farbtönungen des Fells sind verschwunden: Hellweizen sieht man praktisch nicht mehr im Ausstellungsring, vielleicht, weil das dunkle Rotweizen die Szene beherrscht; aber was wäre, wenn die helle Farbe mit manch anderen essentiellen Eigenschaften in Verbindung stände? Viele Experten vertreten zum Beispiel die Meinung, dass die Gene der "Liver-nose" -Variante mit anderen positiven Eigenschaften, wie dem Charakter, gekoppelt seien (Willis).
Man weiß von der Genetik her nicht genug, um einen schon schlechten Genpool zahlenmäßig zu reduzieren. Gut würde sich eine selektive Fortpflanzung machen, wie sie unsere Vereinigung gerade eben eingeführt hat und die man, meiner Ansicht nach, besser hätte kontrollierte Fortpflanzung nennen können.
Auf Grund der bei den Ausstellungen auftretenden Resultaten versteht man, dass auch die Richter, vielleicht durch das Fehlen von Einheitlichkeit, vielleicht durch die Zahlen, die sich so plötzlich vergrößern, konfus sind.
Ich hoffe, dass sich unsere Züchter niemals verstimmen lassen, dass im Ausstellungsring zu siegen die Angelegenheit eines einzigen Tages ist, wohingegen für ernsthaftes Züchten ein Leben allein nicht ausreicht. Auch hoffe ich, dass die Richter nicht vergessen, dass sehr leichtfertiges Prämieren dieselben desaströsen Effekte hat, wie es das Beurteilen von Mängeln allein bewirkt.
Und ich schlussendlich, lieber Sam, wünsche mir, dazu in der Lage zu sein, Deine Lehren an jeden weiterzugeben, der sie aufzunehmen wünscht, weil die besonderen Eigenschaften der Hunde, die Du so sehr geliebt hast - die Wendigkeit und die Ausgeglichenheit - beneidenswerte, aber im Ring schwierig zu erfassende und mit Worten schwer zu quantifizierende Gaben sind.







Verrà il tempo in cui gli uomini saranno soddosfatti di un´ alimentatione vegetariana e giudiceranno l´uccisione di un´animale come essi giudicano oggi quella di un´uomo.

(Die Zeit wird kommen, in der die Menschen mit einer vegatarischen Ernährung zufrieden sein werden, und sie die Tötung eines Tieres beurteilen werden, wie sie heute das Töten eines Menschen beurteilen.)

Leonardo Da Vinci 1452 bis 1519